Hertha BSC Historie

Gründung

Am 25. Juli 1892 gründen die Brüder Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz, das Quartett ist zwischen 16 und 17 Jahre alt, den Verein BFC Hertha 92. Irgendwo in den Bezirken Wedding oder Prenzlauer Berg, zwischen denen einst die Mauer stand, muss es sich abgespielt haben. Denn über den genauen Ort des Geschehens sind unterschiedliche Angaben überliefert.

Der Vereinsname Hertha entspringt einer offenbar sehr eindrucksvollen Dampferfahrt, die Fritz Lindner auf einem Schiff selbigen Namens mit seinem Vater unternommen hatte. Auf dem Schornstein dieser "Hertha" prangten die Reedereifarben, weiß mit blauen Streifen - bis heute die Vereinsfarben von Hertha BSC.
Eine blaue Mütze dient zunächst als Erkennungszeichen der Hertha-Spieler, einheitliche Trikots kommen erst um die Jahrhundertwende auf. 1901 wird Hertha 92 in den Verband Deutscher Ballspielvereine (VDB) aufgenommen. In der ersten Saison der zwei geteilten Spielklasse sichert sich Hertha den 2. Platz.

Die Zeit der Weltkriege und der Erfolge

Wirtschaftliche Sorgen und Abstiegsgefahr bedrohen den Verein. Doch die Herthaner wissen sich zu helfen. Eine Anekdote aus dem Jahr 1922: Zuschauer Artur Friedemann, Spieler der Berliner Meisterelf von 1914/15, bangt am 12. März beim entscheidenden Spiel gegen den Berliner FV 1910 beim Spielstand von 0:0 um den Klassenerhalt seines Vereins. Er springt über die Barriere und kickt einen aufs Hertha-Tor zurollenden Ball ins Feld zurück. Von der Tribüne hageln Proteste. Am Ende siegt Hertha durch einen Treffer von Erich Schmidt mit 1:0. Am 07. August 1923 fusioniert die sportlich starke Hertha mit dem finanzkräftigen Berliner Sport-Club. Seither heißt der Verein Hertha BSC. Im selben Jahr wird Karl Tewes, offensiver Mittelläufer, verpflichtet. Er gilt als Erfinder der "Stopper-Taktik". Mit Hanne Sobek, Berlins wohl populärstem Fußballer aller Zeiten, erreicht Hertha BSC von 1926 bis 1931 sechsmal das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Nach vier Finalniederlagen gelingen den Herthanern zwei Titelgewinne in Folge (1930, 1931).

Namenshistorie



So sieht die Hertha heute aus

1886

Bis heute rätseln Fans und Fußball-Historiker, warum das Ausflugsschiff, nach dem Berlins populärster Klub benannt worden ist, eigentlich "Hertha" heißt. Der Doppelschraubendampfer wurde 1886 auf der Stettiner Werft Aron&Gollnow gebaut, ausgelegt als Vergnügungsschiff für das Haff, 23 Meter lang und knapp 5 Meter breit. Die Schwesternschiffe hießen "Concordia" und "Dorothea". Den Auftrag zum Bau hatte die Stralauer Dampfschifffahrtsgesellschaft Manthey, Wolff & Zwerner gegeben. Zur Probefahrt lief das Schiff am 17. April 1886 aus, exakt dem Tag, da die Tochter des Reeders Zwerner ihren 12. Geburtstag feierte. Das Mädchen hieß Hertha, damals ein Modename, so wie heute Shakira. Zu Ehren der Reeders-Tochter Hertha Zwerner, Jahrgang 1874, wurde das Schiff auf jenen Namen getauft, der aus dem deutschen Fußball nicht mehr wegzudenken sein sollte.

Weil sich mit Berliner Ausflüglern offenbar mehr verdienen ließ, wurde die "Hertha" 1889 von der Spree-Havel-Dampfschifffahrts-Gesellschaft Stern übernommen. Drei Jahre später unternahm Fritz Lindner, einer der vier Vereinsgründer, einen Ausflug auf dem Schiff, das in Blau und Weiß gestrichen war und einen gelben Stern am Schornstein trug. So sah auch das erste Klub-Emblem aus.

1947


Die "Seid Bereit" liegt an der Friedrichstraße

Auf der "Hertha" schipperten ungezählte Ausflügler über Spree, Havel und Wannsee, auch zwei Weltkriege konnten dem Schiff nichts anhaben. 1947 taufte die "Weiße Flotte" das Boot um in "Seid bereit", Kampfruf der Jungen Pioniere. Genannt wurde das Schiff "Bockwurstdampfer", denn an Deck wurden jene prallen Knacker serviert, die damals ebenso begehrt wie rar waren.

1969

Nach fast 80 Dienstjahren wurde das Schiff ausrangiert und rostete in Stralau der Schrottpresse entgegen. Die Dampfmaschine wurde herausgerissen, die Bestuhlung ebenfalls, die Scheiben waren zertrümmert. Durch Zufall erfuhr die Reederfamilie Dentler von dem Oldtimer. Die Dentlers organisieren seit 1927 die Fahrgastschifffahrt auf der Kyritzer Seenplatte und suchten einen weiteren Dampfer. 1969 wurde Hertha, unverwüstlich wie der Verein, vom Berliner Osthafen über Land nach Wusterhausen/Dosse gezogen, zwei Jahre lang in Heimarbeit restauriert und "Seebär" getauft. Der Schiffsboden wurde zwar erneuert, aber oberhalb des blauen Barkholzes sei alles original, versichert Eigner Dentler.

Durch Zufall hielt sich der Westberliner Schiffshistoriker Kurt Groggert in Bantikow am Kyritzer See auf und sah eines Tages das Schiff. Per Brief teilte er Dentler mit, dass er die Vergangenheit von "Seebär" recherchiert habe - es müsse sich um die legendäre "Hertha" handeln. Dentler zeigte den Brief einem Freund, der allerdings zischte: "Der Feind versucht es mit allen Mitteln." Die weitere Korrespondenz zwischen Groggert und Dentler lief konspirativ über einen Hamburger Arzt.

2002

Nach der Wende erlebte der Dampfer seinen größten Moment: die 100-Jahr-Feier, organisiert von Ober-Fan Pepe Mager. Im Jahre 2002, zur 110-Jahresfeier, tauften die Dentlers das Schiff wieder zurück auf "Hertha". Der damalige Präsident Schiphorst und Geschäftsführer Schiller versuchten, das historische Fahrzeug zurück nach Berlin zu holen. Doch Reeder Dentler wollte nicht. Er setzte auf das Geschäft mit bierseligen Hertha-Fans, die den Bierkonsum zuverlässig ankurbeln. Inzwischen 72 Jahre alt, zeigt sich der Kapitän nun gesprächsbereit. Auch Aufsichtsratschef Schiphorst zeigt Interesse, die Gespräche wieder aufzunehmen. Gut möglich, dass die "Hertha" zur 120-Jahr-Feier wieder in der Spree schwimmt.



Ein anderer Bericht über die "Hertha"

Das Schiff, das Hertha BSC seinen Namen gab, liegt in Wusterhausen/Dosse vor Anker

WUSTERHAUSEN/DOSSE, im Dezember.

Wie wird sie aussehen, die alte Hertha? Mit vielen Falten? Gezeichnet von einem aufregenden Leben? Sehr hinfällig oder noch einigermaßen rüstig? Gebrechlich wäre normal bei einer weit über hundert Jahre alten Dame. Im übertragenen Sinne bedeutet Hertha allerdings "die Starke". Das lässt hoffen.

Die Suche nach Hertha beginnt vom Norden Berlins aus: auf der Autobahn Richtung Hamburg. Nach 45 Minuten Fahrt geht es an der Abfahrt Neuruppin hinunter und durch lang gestreckte Dörfer bis zur B5 Richtung Kyritz. In Wusterhausen an der Dosse, einem verschlafenen Örtchen, ist sie gesichtet worden, die alte Hertha. Am Ortsausgang, das letzte Grundstück auf der rechten Seite - da soll sie irgendwo sein. "Seerundfahrten" verheißt ein großes Schild, aber man landet nicht an einem Gewässer, sondern auf einem großen Hof, auf dem sich Bagger, Traktoren und andere Spezialfahrzeuge drängen. Peter Dentler, Jahrgang 1937, Bart und Schiffermütze als äußeres Zeichen seiner Liebe zum Wassser, ist der Chef der Firma, die sich erfolgreich auf den Betrieb von Straßen- und Spezialmaschinen gestürzt hat. Und wo hält Dentler die alte Dame Hertha versteckt?

Der verlorene Stern

Der schlitzohrige Dentler grinst und stiefelt voraus, vielleicht fünfzig Meter. Hinter einem eisernen Tor befindet sich eine geräumige Schiffshalle. Noch ein Tor wird geöffnet - und da liegt sie, die alte Hertha. In den Farben Blau und Weiß. Im guten Zustand, der ihr tatsächliches Alter nicht verrät. Sie trägt den Namen "Seebär" und ist ein Fahrgastschiff, zugelassen für 150 Personen. 22 Meter lang und 4,80 Meter breit. Jetzt, im Winter, liegt sie vor Anker am südlichen Zipfel der Kyritzer Seenplatte. Fünf idyllische Seen gehören dazu und einige schmale Kanäle, die Dentler einst im bereits 1928 gegründeten väterlichen Familienbetrieb mit Baggern beschiffbar machte. "Ja", sagt Peter Dentler stolz, "dieses Schiff ist tatsächlich die einstige ,Hertha ".

Vor fast 110 Jahren, am 25. Juli 1892 erhielt Berlins populärster Fußballverein Hertha BSC seinen Namen nach diesem Schiff. Man mag es kaum glauben, aber einige Teile des Schiffes stammen tatsächlich noch aus dem 19. Jahrhundert. Die "Hertha" war sechs Jahre alt, als sich die damals 16- und 17-jährigen Brüderpaare Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz aus dem Berliner Wedding im Juli 1892 trafen, um einen Fußballverein zu gründen. Lange suchten sie nach einem passenden Namen. Damals überwogen Allemania, Germania oder Teutonia, die Treue zu Kaiser und Vaterland verhießen. Schließlich war es den Überlieferungen nach Fritz Lindner, der den Namen Hertha vorschlug. Mit seinem Vater war er zuvor auf dem gleichnamigen Schiff über die Havel gefahren. Die Reedereifarben, auf dem Schornstein aufgetragen, waren Blau und Weiß und dazu ein gelber Stern, der später beim Fußballklub im Emblem verloren ging. Der Stern zeigte den damaligen Besitzer des Schiffes, die "Spree-Havel-Dampfschiff-fahrts-Gesellschaft Stern" an, die 1889 die "Hertha" übernommen hatte. Das Schiff war bereits 1886 in Stettin auf der Werft "Aron & Gollnow" gebaut worden - als so genannter Doppelschrauben-Dampfer.

Es existierten noch lange die beiden Schwesternschiffe "Concordia" und "Dorothea". Aber die "Hertha", so hat der Schiffshistoriker Kurt Groggert erforscht, habe am längsten ihre ursprüngliche Form behalten. Die erste Probefahrt bestand sie am 17. April 1886 und erreichte dabei die Geschwindigkeit von 9,75 Seemeilen. Später ging sie in den Besitz der "Stralauer Dampfschiff-fahrts-Gesellschaft" über. Die "Hertha", das steht fest, war meist ein "Kahn der fröhlichen Leute", und von Beginn an als Fahrgastschiff konzipiert. Sie schipperte über das Haff bei Stettin, später über die Spree, Havel und den Wannsee und zu DDR-Zeiten auch über den Müggelsee. Da hieß die "Hertha" natürlich nicht "Hertha", sondern "Seid bereit". Erst 1964 wurde sie von der "Weißen Flotte" außer Dienst gestellt.

Ein Wrack in Stralau

Fünf Jahre später, so Peter Dentler, sollte sie verschrottet werden und lag als Wrack auf der Spree vor Stralau. Die Dentlers, die als zweites Standbein die Schifffahrt auf den Kyritzer Seen betrieben, besichtigten das Wrack. "Es war in einem erbärmlichen Zustand", sagt Peter Dentler, "total verrottet." Trotzdem erwarben die findigen Geschäftsleute aus Wusterhausen/Dosse das Schiff. Mit einem Spezialtransporter ging es am 15. September 1969 über Land bis zum Grundstück der Dentlers. In Feierabendarbeit wurde das Boot wieder flott gemacht und ein Jahr später zu Wasser gelassen. Dreißig Prozent der Unterwasser-Außenhaut mussten erneuert werden. Am 15. Juni 1971 stellte Dentler die "Hertha" wieder in Dienst und taufte das Schiff auf den Namen "Seebär".

Von der spektakulären Vorgeschichte seines Schiffes wusste Dentler damals noch nichts. Erst später, im Jahre 1976, indentifizierte der Schiffshistoriker Groggert den "Seebären" als "Hertha". Groggert schrieb damals einen Brief an Dentler. "Nachdem ich ein Foto von diesem Schiff gesehen hatte, wusste ich sofort: das ist die alte ,Hertha !" 1992, als der damalige Zweitligist Hertha BSC, sein 100-jähriges Bestehen feierte, schipperten Fans mit dem "Seebären" über die Kyritzer Seenplatte. Damals drückten den Verein finanzielle und sportliche Sorgen, und die eventuelle Renaissance des Gründerschiffes ging völlig unter. Bei Hertha BSC geriet der Kahn in Vergessenheit. Jetzt, kündigt der Präsident von Hertha BSC, Bernd Schiphorst, an, könne man sich vorstellen zum 110. Geburtstag des Vereins am 25. Juli 2002, das Schiff mal wieder auf die Spree nach Berlin zu holen. Das geht nur über den Landweg. Peter Dentler hätte wohl nichts gegen solch einen Transport. Er sagt: "Ich bin ein weltoffener Unternehmer", und denkt dabei an ein ordentliches Salär des Bundesligavereins. Selbst gegen eine Rückbenennung des "Seebären" in "Hertha" hätte Dentler nichts einzuwenden. Das wäre Verhandlungssache: von Hertha zu Hertha.

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auch so kann die Hertha heute genutzt werden















Hertha schwimmt weiter (MAZ im Mai 2012)

Das Gründungsschiff des Berliner Fußball-Clubs hat neue Eigentümer

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Quelle: MAZ
WUSTERHAUSEN - Die Tinte auf dem Vertrag, den Thomas Flemming zeigt, ist noch nicht ganz trocken. Aber er weist ihn – beziehungsweise seine Firma Prignitzer Leasing AG – ganz eindeutig als den neuen Besitzer der Hertha aus. Und damit des Schiffes, das dem Berliner Bundesligisten seinen Namen und seine Vereinsfarben gab und das heute in einem unspektakulären Bootsschuppen bei Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) sanft auf den Wellen des Klempower Untersees schaukelt.

Hertha BSC wollte das Schiff eigentlich selbst kaufen und anlässlich seines 120. Jahrestages als Museumsschiff vor dem Olympiastadion zur Kultstätte für seine Fußballfans umgestalten. Doch die Verhandlungen mit den alten Besitzern, Peter und Jens-Peter Dentler, scheiterten aus unbekannten Gründen. Gemunkelt wird, dass der knurrige Seebär Dentler aus der Prignitz, dessen Familie das Boot seit 43 Jahren über den Untersee schipperte, und die Fußball-Manager aus Berlin nicht die gleiche Sprache sprachen – zumal Hertha-Aufsichtsratschef Bernd Schip-horst medienwirksam verkündet hatte, dass Dentler ein „reizender alter Herr mit Euro-Zeichen in den Augen“ sei – und sein Schiff nur noch Schrott.

Dabei waren es eigentlich die Hertha-Leute selbst, die das Schiff unbedingt haben wollten: Schließlich fahren in Berlin gleich zwei Fahrgastschiffe umher, die für den Konkurrenten Union Werbung machen. Das Ausflugsschiff blieb mit seinen 24 Metern Länge zunächst gut vertäut im Bootshaus, auch als Dentler in Rente ging.

Stattdessen waren Verhandlungen mit Thomas Flemming aus Putlitz (Prignitz) erfolgreicher. Zudem: Steffen Hahlweg, naher Verwandter Flemmings, verkauft am Untersee Eis an Badegäste und suchte sowieso neue Herausforderungen. Dentler und die beiden Prignitzer waren sich schnell einig, der Verkaufspreis wird jedoch nicht genannt. Das Schiff gehört nun beiden je zur Hälfte. Ein zweites, die Neptun, kauften sie gleich mit. Die Kähne werden demnächst in einer Gesellschaft vereint, der Wusterhausener Fahrgastschifffahrt.

Kaum war in Hertha-Fan-Kreisen durchgesickert, dass verhandelt wird, flatterten bei Flemming die ersten Buchungsanfragen durchs Fax. Denn das Schiff hat für die Fans hohen Symbolwert.

Die Hertha-Gründer Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz hatten 1892 eine Rundfahrt mit dem Ausflugsdampfer unternommen, der damals noch auf der Havel fuhr. Als es um die Namensgebung für den Fußballverein ging, fiel Fritz Lindner die Fahrt wieder ein: Der Name Hertha wurde übernommen, und auch die Farben Blau und Weiß, in denen das Schiff lackiert war.

Blau und weiß ist die Hertha auch heute noch, auch wenn sich ansonsten seit dem Stapellauf im Jahr 1886 einiges verändert hat. Gebaut worden war sie als Dampfschiff mit zwei Propellern, heute tuckert das Schiff mit zwei Lkw-Dieselmotoren über den See, die beiden Getriebe stammen aus Restbeständen der Roten Armee.

Innen dagegen ist noch DDR-Nostalgie zu spüren, blaue Kunstledersitze verströmen immer noch den Geruch von Mitropa-Putzmitteln. Schließlich fuhr der Dampfer ab 1947 und bis 1964 unter dem zum Namen erhobenen Pioniergruß „Seid bereit!“, dann wurde er fünf Jahre trockengelegt. Als Familie Dentler das Schiff 1969 kaufte, wurde es zum „Seebär“, seit 2002 trägt die Hertha wieder ihren ersten Namen.

„Wir wollen hier viel machen“, sagt Thomas Flemming, dessen Kreativität in der Region bekannt ist. Und dessen Leasing-Firma vom Helikopter über Berliner Weihnachtsbeleuchtungen bis hin zur Milchkuh alles vermietet, was irgendwie beweglich ist, bevorzugt aber Eisenbahnen. Den alten DDR-Charme will man ein wenig bewahren, nur so, dass es fürs nostalgische Gemüt ausreichend ist. Ausflugsfahrten für Fans, Unternehmen oder Kindergruppen sind geplant; ein paar Bänke auf dem Oberdeck müssen weichen, damit eine Band spielen kann.

Auch einen echten Seebären haben die neuen Eigentümer schon angeheuert: Johannis Bär ist seit 20 Jahren in der Prignitz, sofern er nicht gerade Frachtschiffe über die Nord- oder die Ostsee steuert.

„Wir hoffen ja, dass wir mit Hertha irgendwie zu einer Art Interessengemeinschaft kommen“, sagt Flemming, „schon wegen der Fans.“ Und weil die Besitzer daran glauben, dass Hertha weiterschwimmt, verzichten sie auch auf eine erste Idee. Flemming: „Wir wollten ja die Kabinen im Unterdeck auf 1., 2. und 3. Liga taufen. Aber auf die dritte verzichten wir: Da kommt jetzt eine Bar rein.“ (Von Claudia Bihler)

Quelle: Märkischen Allgemeinen Zeitung



Ein Ausflug zur Hertha

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Ein Blick durch das Fenster
Anläßlich des 120-jährigen Gründungs-
jubiläums unternahm ich, an einem schönen Augusttag 2012, einen Ausflug zum "Alten Kahn Hertha", der zu diesem Zeitpunkt 126 Jahre alt war.
Die Hertha schippert zu dieser Zeit auf der Kyritzer Seenkette. Am Standort der Fahrgastschifffahrt konnte man das Gründungsschiff von Hertha BSC in seiner Garage sehen. Leider blieb die alte Dame an diesem Tag auch dort, weil die wochenendliche Tour auf dem See mit ihrer Schwester, der "Neptun" unternommen wird. Auf Nachfrage erfuhren wir, das die Hertha nur zu Feierlichkeiten und Chartertouren benutzt wird. Aber auch die Fahrt mit dem Schwesterschiff war lohnenswert, Natur pur und Seele baumeln lassen ist angesagt, in diesem beschaulichen Flecken Brandenburgs. Am Ende dieser Fahrt wurde noch ein Abstecher zum Bootshaus unternommen und der Kapitän erwähnte die Bedeutung des dort in der Garage schlummernden Schätzchens. Ein kleiner Tipp noch, das Schnitzelhaus an der Anlegestelle ist zu empfehlen. Vorsicht bei der Bestellung der XL Variante, nur bei sehr großem Hunger daran wagen!

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Das Bootshaus von der Wasserseite, Schriftzug Hertha am linken Heck